Wz Artikel vom 08.09.2009

 
Westdeutsche Zeitung Ausgabe Kreis Mettmann vom 08.04.2009
Werkstatt für den Neuanfang
projekt An der Wülfrather Straße eröffnen Caritas, Café Intakt und ein Ergotherapeut ein Zentrum für Arbeit und Beschäftigung, in dem Suchtkranken geholfen werden soll. Von Reinhard Lüdeke Velbert-Tönisheide. Seit einigen Wochen brodelt die Gerüchteküche: Wer zieht an der Wülfrather Straße in das Ladenlokal zwischen Gaststätte und Fahrschule? Wildeste Vermutungen bis zum "Junkie-Treff" kursierten. Thomas Rasch vom Caritasverband Kreis Mettmann, Jörn Dreißigacker vom Café Intakt und Ergotherapeut Rainer Göring bereiteten jetzt im WZ-Gespräch den Spekulationen ein Ende: Im Sommer eröffnet in dem ehemaligen Drogerie-Discounter unter Görings Leitung ein Zentrum für Arbeit und Beschäftigung. Hilfe beim Versuch, den Weg in ein geregeltes Leben zu gehen Zielgruppe sind Menschen, die ihre Suchterkrankung - seien es Alkohol, Medikamente oder Drogen - weitestgehend in den Griff bekommen haben und sich anschicken, einen weiteren Schritt zurück in ein geregeltes Leben zu unternehmen, erläutert Dreißigacker. "Das heißt auch: Hier darf niemand volltrunken oder zugekifft zur Arbeit kommen", tritt der Diplom-Sozialpädagoge allen Gerüchten entgegen. Thomas Rasch verweist auf die weite Verbreitung von Suchterkrankungen. "Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung gelten als chronisch suchtkrank, 20 Prozent als gefährdet. Rechnen Sie das mal auf eine Stadt hoch." Aufgabe der Werkstatt ist neben Beschäftigungsförderung vor allem die Vermittlung einer geregelten Tagesstruktur: "Das beginnt beim pünktlichen Erscheinen und reicht über die Zubereitung geregelter Mahlzeiten bis zur strukturierten Arbeit", so Göring. Anfangs wird er mit einer Unterstützungskraft etwa zehn bis 15 Mitarbeiter betreuen. Der 36-jährige Recklinghäuser hat vor wenigen Tagen die neue Stelle in Velbert angetreten, besitzt zehn Jahre Erfahrung aus einem gleichartigen psychiatrischen Projekt. Neben der Zubereitung von gemeinsamen Mahlzeiten sind zum Beispiel kreative Tätigkeiten wie Holzarbeiten vorgesehen, auch leichte Montage- und Verpackungsarbeiten wären vorstellbar. Einige schaffen es danach sogar zurück in den ersten Arbeitsmarkt, weiß Rasch. Kriterium für den Standort Tönisheide war nach zwei Jahren Suche nicht zuletzt die zentrale, gut erreichbare Lage, denn das Einzugsgebiet der Werkstatt umfasst Velbert, Wülfrath und Heiligenhaus. Insgesamt bietet das ehemalige Ladenlokal rund 300 Quadratmeter Fläche, neben Umkleide- und Sanitärräumen im Keller auch eine Wohnung, in der Büros, ein Ruheraum sowie eine Wohnküche einziehen. Ein erster Anstrich und die Sanierung der sanitären Anlagen ist bereits erfolgt. Die Eröffnung ist im Sommer geplant.  Jörn Dreißigacker vom "Café Intakt", Thomas Rasch vom Caritasverband und Ergotherapeut Rainer Göring vor den Räumen der zukünftigen Werkstatt für Suchtkranke.  Foto: Simone Bahrmann
Von Reinhard Lüdeke

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